
Ausgewählter Beitrag
Der Park seltsamer Begegnungen
Als ich an jenem lauen Samstagmorgen meine Tasche packte, um zum Maximilianpark zu fahren, ahnte ich nicht, welche seltsamen Begegnungen mir wiederfahren sollten. Das war auch gut so. Denn hätte mich jene Ahnung befallen, die kühle Schauder über meine Haut treibt, ja dann wäre ich wohl zu Hause geblieben. Und der geschätzte Leser hätte diese Geschichte nie zu lesen bekommen.
Doch ich fuhr los, guten Mutes, ein fröhliches Summen auf der Lippe, mit der Sonne im Gesicht.
Am Eingang zum schattigen Pavillon blieb ich unschlüssig stehen. Ein merkwürdiges Brummen und Summen tönte aus dem Park. Was es wohl sein mochte? Da sprach mich unvermutet eine kehlige Stimme von hinten an. "Sind Sie Sylvia?" Ein volles Mondgesicht schwebte über mir. "Wenn Sie Sylvia sind: Sie werden erwartet. Gehen Sie nur, gehen Sie nur in den Park hinein!"
"Wer hat Sie geschickt?", fragte ich ihn. Und im Verschwinden noch rief er mir zu: "Die Agnes war's!"
So folgte ich der Aufforderung und betrat endlich den Park.
Schon bald erkannte ich die Quelle jener merkwürdigen brummenden und summenden Töne. Es war eine große, rote Blüte, die mich mit Musik empfing.

Und ihr zur Seite stand eine Riesenlibelle, blauschimmernd. Größer als ich. Und da ahnte ich schon: Ich musste das Land der Riesen betreten haben.
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Weiter wanderte ich durch buntgefleckte Tulpenmeere und wogende Sträucher. Auf einer Blumenwiese, die sich weit vor meinen Füßen öffnete, sah ich ihn: den rotberockten Riesenkäfer mit Kameraschnauze.
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Gehört hatte ich wohl schon von ihm, doch nie für möglich gehalten, ihm zu begegnen. Und nun hockte er leibhaftig vor mir. Nur dies eine Foto gelang mir von ihm, dann krabbelte er schon aufgeschreckt davon. Immer schnüffelnd auf der Suche nach Motiven.
Seufzend drehte ich mich um und blickte auf vier Zwerge, die sich an ihren Bärten zupften. "Komm, komm", sagten sie zu mir. "Du musst weiter. Agnes wartet!" Und ich folgte ihnen. Sie brachten mich zu einem riesigen Elefanten. Doch nicht einer, wie wir ihn kennen. Ganz aus Glas war er, mit Stoßzähnen, die sich blendenweiß zum Horizont streckten.
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Zu meinem Erstaunen befand sich im Inneren des Elefanten ein zauberhafter Garten. Und als ich mich umblickte, starrte mich ein verschrecktes Gesicht zwischen Palmenblättern an. Das muss wohl eine Waldfee sein, dachte ich.
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Mit Eis am Stiel lockte ich sie aus ihrem Versteck und siehe da: ein wunderschönes Wesen lächelte mich schüchtern an ...
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"Du willst zur Agnes", sprach sie mit glockenheller Stimme. "Dann komm mit mir mit!" So wanderten wir gemeinsam durch den Park und sahen schon bald die wahren Bewohner: Riesen, viele an der Zahl. Fasziniert von unseren Eisenbahnen, dienten diese für sie als Spielzeug. Feundliche Gesellen waren es.
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Nach dem Verbleib von Agnes befragt, wiesen sie uns den Weg zum Schmetterlingshaus. Dort sollten wir suchen. Was wir auch taten. Viele schöne Falter umschwirrten unsere Nasen und setzten sich auf unsere Arme.
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Wie normal mir diese zarten Wesen erschienen, nach all dem seltsamen, was ich bisher erlebt hatte. Doch Agnes indessen fand ich nicht. Schon wollte ich mich abwenden, mein Suchen beenden, da fiel mein Blick auf einen Falter, der aufgeregt mit den Flügeln schlug und ich meinte leise meinen Namen geflüstert zu hören. Ich trat näher und sah ...

Agnes in vielfacher Zahl lächelten mich auf den Flügeln des Falters an. "Da bist du ja", riefen sie mir mehrstimmig zu. Das war mir denn zuviel und ich floh. Rannte aus dem Schmetterlingshaus, eilte über die Wiesen und durch Sträucher bis der Park hinter mir lag und mein Herz schmerzhaft in der Brust hämmerte.
Was für ein Westfalentreffen in diesem Jahr!
04.05.2008, 11.55 TB | PL | einsortiert in: BlaBlaBlub
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Kommentare zu diesem Beitrag
Habs auch geschafft!
Hab meinen Bericht vollendet.
Ich bin ja so begeistert von Deiner Erzählung, die ist nicht zu überbieten.
Übrigens hab ich mir gestern gleich die Maiausgabe vom Schreiblust Verlag bestellt.
vom 05.05.2008, 20.51
Klingt irgendwie mhystisch. Ich glaube, nächstes Jahr sind wir auch wieder dabei
. Dann kannst Du neben dem roten auch noch einen Kugelbauchkäfer herumkrabbeln sehen.
vom 05.05.2008, 20.13
das hast Du wieder toll hinbekommen. Es hat Spaß gemacht einmal einen Bericht in anderer Form zu lesen.
Heinz-Josef
vom 05.05.2008, 17.52
Ein toller Bericht..ähm Geschichte
Sehr gut geschrieben
Liebe Grüße
Gabi
vom 05.05.2008, 08.01
Huhu Sylvia,
da blieb mir ja einiges erspart wenn ich Deinen Bericht so lese. Wo doch meine Nerven zur Zeit ohnehin nicht die besten sind
Tom hat ja wieder eine tolle Fotografierstellung, immer wieder eine Augenweide
Tschüssi
Rolf.
vom 04.05.2008, 22.06
Sylvia, du bist ja eine Künstlerin; im Schreiben! Was du alles so erlebt hast ,und wie phantasievoll du es umschreibst,einfach köstlich
Und den ganz besonder Schmetterling hast du ganz toll fotografiert,jetzt weiß ich warum du so einen tollen Fotoaparat hast.
LG Dagmar
vom 04.05.2008, 21.36
Was du alles so erlebst... *grins*
Die Geschichte ist echt klasse und fantasievoll geschrieben.
lg Thomas
vom 04.05.2008, 19.53
Sylvia!!!
Das ist super, ich habe die Geschichte zuerst leise gelesen, dann meinen Mann gerufen und sie ihm laut vorgelesen, hoffentlich mit der richtigen Betonung.
Ich bin begeistert von Deiner Geschichte, bewundenrswert sich so etwas auszudenken. Von den Photos und vor allem von dem Schmetterling bin ich natürlich "hin udn weg"!
Du bist klasse!
Danke für die schöne Geschichte!
LG
Agnes
vom 04.05.2008, 16.46










